Behindertenhilfe Menden Club 78 e.V. – Vollversammlung

Am 25.07.2022 fand die Vollversammlung der Behindertenhilfe Menden Club 78 e.V. in den Räumlichkeiten der Unnaer Str. 25 statt.

Auf der Tagesordnung standen die Jahresberichte 2021 vom Vorstand des Vereins, der Bericht der Geschäftsführerin der Behindertenhilfe Menden gGmbH und der Bericht der Leiterin der Begegnungsstätte. Die Jahresabschlüsse des Vereins und der gGmbH wurden vorgestellt und der Vorstand des Vereins sowie die Geschäftsführerin der gGmbH wurden entlastet. Es fand ebenfalls die Neuwahl des Vorstandes statt.

Die langjährige 2. Vorsitzende Iris Schulte verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Alexander Nickel wurde einstimmig mit einer Enthaltung als neues Vorstandsmitglied gewählt.

Der Vorstand besteht nun aus folgenden Personen:

Ulrich Horn (1. Vorsitzender)
Alexander Nickel (Stellvertretender Vorsitzender)
Wolfgang Walter (Schatzmeister)

Iris Schulte wurde am 24.08.2006 in den Vorstand der Behindertenhilfe Menden Club 78 e.V. gewählt. „Mir war es immer eine Herzensangelegenheit den Club 78 zu unterstützen“ sagt Iris Schulte, die nun auf die Vorstandsarbeit verzichtet. „Aber ich bleibe dem Club natürlich erhalten“. Dienstags bietet die engagierte pensionierte Lehrerin in der Begegnungsstätte in der Unnaer Str. 25 eine Lese- und Schreibgruppe mit anderen Ehrenamtlichen an.

Ihr Nachfolger, Alexander Nickel freut sich auf die Aufgaben im Vorstand des „Club 78“. „Bereits während meiner Zivildienstzeit konnte ich mich für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzen. Soziales Engagement ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ erzählt Alexander Nickel.

Ulrich Horn dankt Iris Schulte für die langjährige engagierte Vorstandarbeit und begrüßt Alexander Nickel im Team. (Foto von links: Iris Schulte, Ulrich Horn, Alexander Nickel, Wolfgang Walter)

Herzlich willkommen sind auch neue Ehrenamtliche, die die Vorstandsarbeit unterstützen oder aktiv die Angebote der Begegnungsstätte mitgestalten möchten.

Interessenten können sich in der Verwaltung der Behindertenhilfe Menden melden unter der Rufnummer 02373 –18393 oder unter kontakt@behindertenhilfe-menden.de.

Projekt „Kommunikations­resilienz“

Im Rahmen des Förderaufrufs „Sonderprogramm für Dienste und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen (www.sw-nrw.de): Zugänge erhalten – Digitalisierung stärken“, hat sich die Behindertenhilfe gGmbH im Oktober 2020 erfolgreich an der Teilnahme mit einem eigenen Projekt beworben.

Das primäre Ziel des Förderaufrufs besteht in der Entwicklung von Projekten, die zur Etablierung und Ausweitung von Anwendungsmöglichkeiten digitaler Produkte beitragen, die auch nach Corona-bedingten Schutzmaßnahmen exemplarisch zur nachhaltigen Erhöhung der Krisenresilienz interner Arbeitsabläufe und zielgruppenorientierter Arbeit dienen.

Die Versorgung von in besonderen Wohnformen und ambulant betreuten Klient:innen setzt einen direkten und unmittelbaren Kontakt voraus. Im Rahmen der gültigen Hygienevorschriften ist bei ausgelösten Corona-Schutzmaßnahmen die Kommunikation und somit die Pflege der sozialen Kontakte zwischen den Klient:innen untereinander, zu den Mitarbeitenden und nach außen auf ein Mindestmaß reduziert. Die hausinternen Gruppenräume sind in dieser Zeit nicht in vollem Umfang nutzbar, bzw. für die Klient:innen überhaupt nicht zugänglich.

Da die wenigsten Klient:innen über eigene technische Hilfsmittel (Smartphone, PC, Tablet etc.) verfügen und unzureichend bis gar nicht befähigt sind, diese Kommunikationshilfsmittel selbständig einzusetzen, ist der Austausch ausschließlich im direkten und eingeschränkten Umfeld möglich. Insbesondere die ambulant betreuten Klient:innen können durch die Corona-Beschränkungen nicht voll umfänglich erreicht werden. Absprachen und der Austausch von Informationen zwischen Klient:innen und den Betreuer:innen und die Pflege von sozialen Kontakten sind hier ebenso erheblich eingeschränkt.

Die eingesetzten digitalen Hilfsmittel (Telefone, Dokumentations-Computer) stehen ausschließlich den Mitarbeitenden zur Verfügung, wobei hier der Zugriff nur während der Arbeits- und Bürozeiten möglich ist. Durch Hinzunahme von technischen Hilfsmitteln und individuellen Schulungen der Klient:innen sowie Mitarbeitenden sollen die Kommunikationsmöglichkeiten auch während Corona-bedingter Schutzmaßnahmen in alle Richtungen gefestigt und aufrecht erhalten bleiben.

Zusätzlich soll dadurch auch eine erhebliche und nachhaltige Steigerung der Betreuungsqualität erzielt werden. Vor der Ausarbeitung des Projektantrags wurde in den besonderen Wohnformen, bei den ambulant betreuten Klient:innen und allen Mitarbeitenden eine konkrete Bedarfsermittlung an technischen Hilfsmitteln durchgeführt.

Die Beschaffung, Installation und Konfiguration der technischen Hilfsmittel wurden in enger Abstimmung mit einem IT-Dienstleister durchgeführt.
Die Handhabung der neuen Hilfsmittel wird mit sämtlichen Mitarbeitenden durch den IT-Dienstleister trainiert und begleitet.
In enger Abstimmung zwischen den Mitarbeitenden und dem IT-Dienstleister wird dann ein konkreter Schulungsplan für die einzelnen Klient:innen erstellt, der die Inhalte und zeitlichen Strukturen individuell festlegt.

Die umfänglichen Klient:innen-Schulungen durch den IT-Dienstleister werden je nach Einzelbedarf mit Hilfe von regelmäßigen und in relativ kurzen Abständen stattfindenden Übungseinheiten unter der Anleitung von Mitarbeitenden fortlaufend ergänzt.
Sowohl für die Klient:innen, als auch für alle Mitarbeitende werden konkrete Handhabungsregeln erstellt. Anpassungen und Ergänzungen ergeben sich aus dem regelmäßigen Erfahrungsaustausch innerhalb der Mitarbeitende.

Bereits bei der technischen Bedarfsermittlung wurden die einzelnen Bedürfnisse und Potentiale der Klient:innen durch die fachliche Einschätzung der zu betreuenden Mitarbeitende berücksichtigt.
Im Rahmen der aktuellen Hygienevorschriften und Corona-Schutzmaßnahmen werden die einzelnen Klient:innen individuell im Umgang mit den neuen technischen Hilfsmitteln angeleitet und geschult. Ebenso soll der versierte Umgang durch die Mitarbeitende mit Schulungsmaßnahmen sichergestellt werden.

Durch die Schulung der Klient:innen und Mitarbeitende werden nachhaltige Befähigungen im Umgang mit den jeweiligen technischen Hilfsmitteln vermittelt und mit Hilfe der fortlaufenden Übungseinheiten der Mitarbeitende mit den Klient:innen weiter gefestigt.
Die Erreichbarkeit und der Austausch zwischen Klient:innen und Mitarbeitende werden durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln erheblich erhöht und bieten Raum für eine unmittelbare und direkte Kommunikation.

Unter Berücksichtigung von individuellen Potentialen der Klient:innen bietet die Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeiten nicht nur in Corona-Zeiten eine Bereicherung. Auch Klient:innen mit erheblichen körperlichen und geistigen Einschränkungen können mit der Unterstützung durch die Mitarbeitende und den technischen Hilfsmitteln soziale Kontakte leichter nach außen pflegen.

Insbesondere die Videotelefonie bietet hier sowohl für die Klient:innen, als auch für die Mitarbeitende ein weit reichendes Möglichkeitsfeld an.

Ein zugangsgeschütztes Intranet vergrößert die Kommunikationswege. Die barrierefreie Umsetzung ermöglicht auch stärker eingeschränkten Klient:innen den Zugang. So zum Beispiel können Informationen in leicht verständlicher Sprache angeboten werden. Eine integrierte Vorlesefunktion ermöglicht zudem eine zusätzliche Erfassungsoption von Texten.
Die ausgearbeiteten Schulungskonzepte und die Erfahrungen und aus den umgesetzten Klient:innen- Schulungen werden ausführlich dokumentiert. Daraus ergeben sich für eine Vielzahl an individuellen Vorbedingungen (körperliche und geistige Einschränkungen) entsprechende Einsatzmöglichkeiten im Umgang mit den technischen Kommunikationshilfsmitteln. Diese umfangreiche Palette an Erkenntnissen und Erfahrungen sind trotz ihres individuellen Charakters auf andere Einrichtungen und Betroffene übertragbar.

Bedingt durch strenge Corona-Schutzmaßnahmen sind insbesondere die Klient:innen von der Isolierung leidlich betroffen. Ganz besonders im Falle eines weiteren Corona-Lockdowns ist die Pflege von sozialen Kontakten der Klient:innen, der Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitenden, Betreuer:innen und Klient:innen erheblich eingeschränkt oder sogar unmöglich. Mit Hilfe von technischen Hilfsmitteln können sämtliche Corona-Hygienevorschriften eingehalten werden, wobei die Kommunikation auch über weite Distanzen und verschiedenen Kanälen (visuell, auditiv) unmittelbar realisiert werden kann.

Für die Mitarbeitende ergeben sich durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln zusätzliche Kommunikationswege. Die Erfahrungen aus dem ersten Corona-Lockdown haben gezeigt, dass die Dokumentation von Klient:innenbezogenen Vorgängen, der Abruf von arbeitsspezifischen Informationen und der interne Austausch zwischen den Mitarbeitenden nicht nur auf die jeweiligen Büros beschränkt sein darf. Durch strenge Corona-Schutzmaßnahmen sind u.a. der gleichzeitige Zugang und Aufenthalt in den Mitarbeitende-Büros nicht möglich. Der Einsatz von mobilen Kommunikationsmitteln (Smartphones, Tablets etc.) bietet den Mitarbeitenden zu jeder Zeit den Zugriff auf arbeitsrelevante Informationen und stellt den zeitnahen Austausch sicher.

Im Weiteren wurde deutlich, dass die Erreichbarkeit von ambulant betreuten Klient:innen durch strenge Corona-Schutzmaßnahmen erheblich erschwert war, bzw. nicht zeitnah realisiert werden konnte.

Die Ausweitung an technischen Hilfsmitteln, die auch an Klient:innen leihweise ausgegeben werden können, soll bei zukünftigen Schutzmaßnahmen die Kommunikation aller Beteiligten in alle Richtungen und zeitunabhängig gewähren.

Innerhalb der regelmäßig stattfindenden Team-Besprechungen und Supervisions-Sitzungen wird der Erfahrungsaustausch bezüglich der neu eingesetzten technischen Hilfsmittel zu einem festen Bestandteil. Eventuell auftretender Korrekturbedarf und Anpassungen der Handhabungsregeln für Mitarbeitende und Klient:innen fließen hier ein. Zusätzlich erfolgt eine Reflektion der auswirkenden Effekte, die durch den Einsatz der neuen Hilfsmittel ausgelöst werden. Dadurch können bei Bedarf Optimierungsmaßnahmen festgelegt werden.

Seit 30 Jahren ein Zuhause bei der Behindertenhilfe Menden

Bürgermeister Dr. Roland Schröder und die Behindertenhilfe Menden gratulieren

Schon seit Wochen hat Thomas dem 31.01.2022 entgegenfiebert. „Jetzt wohne ich schon dreißig Jahre hier“ sagt er stolz. Für ihn ist das ein Grund zum Feiern. Und damit hat er recht. Denn Thomas lebte über viele Jahre in einer Klinik, bis er die Gelegenheit erhielt, in die im Dezember 1991 neu gegründete Außenwohngruppe der Behindertenhilfe Menden einzuziehen. Bis dahin gab es einfach keinen geeigneten Wohnort, der seinen Wünschen und Bedürfnissen gerecht werden konnte. Mit einem Pilotprojekt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe zur Enthospitalisierung fand Thomas dann nach anfänglichen Höhen und Tiefen sein zu Hause in der Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderungen in der Clemens-Brentano-Straße in Menden.

Mit sieben weiteren Bewohnern erlebt er dort bis heute ein Zuhause in einem familiären Rahmen, was ihm Vertrauen in sich selbst gibt und ihn in jeglichen Lebensbereichen stabilisiert und festigt. So genießt Thomas nach seiner Arbeit in den Iserlohner Werkstätten seine Freiheiten.

Er besucht gerne das nahegelegene Café Molitor, wo er ein stets gern gesehener Stammgast ist, unternimmt Busfahrten nach Menden und bummelt dort in Geschäften oder besucht Angebote der VHS Menden. Ebenso findet er in der Wohngemeinschaft einen sicherheitsspendenden Rückzugsort und genießt es, in seinem Zimmer seine Lieblingsmusik zu hören. Die Bezugsbetreuer von Thomas, die ihn seit mehr als 25 Jahren in diesem Rahmen begleiten, freuen sich mit Thomas. Gemeinsam lassen sie die letzten Jahre Revue passieren und schmunzeln über gemeinsame Erlebnisse, wie Gruppenurlaube nach Holland oder in die Eifel. Auch das Elspe Festival mit den Karl-May Festspielen ist immer ein besonderes Highlight gewesen, an das Thomas gerne zurückdenkt.

Und weil das 30-jährige Wohnjubiläum von Thomas so besonders ist, fand am Samstag ein coronakonformes Kaffeetrinken mit seinen Mitbewohnern und den Mitarbeitenden der Wohngruppe statt. Dafür hatte Thomas schon vor Wochen den Kuchen in seinem Lieblings-Café bestellt. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch wurde der Kuchen mit einer großen 30 verziert.

Auch der Bürgermeister Dr. Roland Schröder ist der Einladung von Thomas gefolgt und hat ihm ein Geschenk der Stadt Menden übergeben. Außerdem zählten die Geschäftsführerin der Behindertenhilfe, Jutta Voß und die pädagogische Leiterin Sandra Kulzer-Menke zu den Gästen. Sie überraschten Thomas mit einer neuen CD für seine umfangreiche Musiksammlung.

Foto (aufgenommen durch Behindertenhilfe Menden)

Personen von links:
Bastian Krafft (Teamleiter Außenwohngruppe)'
Thomas Vollmar
Dr. Roland Schröder

Gelungene Kooperation zwischen der Behindertenhilfe Menden und dem Edeka Markt Enste

„Das Kochprojekt kommt bei den Nutzern gut an“ äußert sich Dennis Huckschlag begeistert. Dennis ist Vorsitzender des Nutzerbeirats der Wohneinrichtung „Am Alten Amt“ der Behindertenhilfe Menden und setzt sich aktiv für die Belange seiner Mitbewohner*innen in der Wohngemeinschaft ein. Er selbst nimmt teil an dem Kochprojekt von Jonathan Janz, der als Auszubildender in der Heilerziehungspflege das Kochprojekt ins Leben gerufen hat. Ziel in diesem Projekt ist die größtmögliche Selbstbestimmung und Eigenbeteiligung aller Teilnehmenden, sowie das gemeinsame Essen und Kochen in der Gemeinschaft.

Neben der gemeinsamen Planung, welche Speisen zubereitet werden sollen, den Überlegungen, welcher Lebensmittel es dazu bedarf und der Erstellung des Einkaufszettels, zeichnet sich das Projekt dank der Unterstützung des Edekas Enste in Menden durch eine Besonderheit aus.

Der selbstständige Einkauf der notwendigen Lebensmittel gehört für alle Teilnehmenden selbstverständlich zum Projekt und der Wunsch nach eigenständiger Umsetzung ist groß. Jedoch stoßen die Teilnehmenden öfters beim Einkauf in Lebensmittelläden auf Barrieren. Eine unübersichtliche oder zu große Angebotsauswahl können schnell zur Überforderung führen und auch die häufig ausschließlich in Worten beschilderten Gänge können einem Menschen, der nicht lesen kann, vor große Herausforderung stellen.

Auf Nachfrage von Herrn Janz erklärten sich Marktleiter, wie Mitarbeitende des Edeka Marktes Enste umgehend bereit, das Projekt zu unterstützen, indem sie mit Hilfe der verfassten Einkaufsliste alle benötigten Produkte vorab zusammenstellen. So können die Teilnehmenden den Einkauf selbstständig durchführen. Sie übernehmen noch die Zahlung der Produkte und gehen dann in die Einrichtung, um mit den Zubereitungen zu beginnen.

Im Sinne gelebter Inklusion hofft Dennis Huckschlag, „dass die Kooperation mit dem Edeka Markt erhalten bleibt und das Projekt auch zukünftig fortbesteht.“